Hilfe, die ankommt
Shownotes
Das cjd bietet Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen sowie deren Eltern differenzierte ambulante Hilfen sowie teilstationäre und stationäre Maßnahmen an. In Schulen, Sozialräumen, Lebensorten und Einrichtungen, die an den individuellen Bedarfen und Ressourcen der jungen Menschen orientiert sind. Gunnar Hartke ist Angebotsleiter und stellte die Arbeit vor.
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00:00:00: Es lohnt sich frühzeitig Förderung, Unterstützung und Hilfe reinzugeben um Probleme nachhaltig zu verändern.
00:00:08: Wenn das Kind in den sogenannten Brunnen gefallen ist, ist es häufig zu spät.
00:00:19: Hallo und herzlich willkommen!
00:00:20: Ich bin Uli Harris und ich bin für das COD unterwegs heute mal im Malente.
00:00:26: Nein nicht was die Fußballfans jetzt gleich denken Aber zumindest mit dem Begriff Malente komme ich gleich zu.
00:00:33: Denn mir gegenüber sitzt Gunnar Hartke, hallo Gunnar!
00:00:37: Hallo, grüße Dich!
00:00:38: Gunnar du bist Angebotsleiter für die Wohngruppen... Früher hat man da Kinderheime gesagt, zuständig auch für Tagesgruppen und für das Mutter-Kindhaus in Malente.
00:00:49: In Malente sitzen wir jetzt nicht... Ich musste das einfach bringen mit dem Fußball!
00:00:55: Der Geist von Malente?
00:00:56: Im
00:00:56: Malente bist du nicht aber du sitzt im Waren an der Müritz.
00:00:59: Jetzt ist es mal ganz korrekt.
00:01:00: Außerdem engagierst du dich in der AG Jugendhilfe und in der aufsuchenden Familienhilfe Gunnar.
00:01:07: Das sind viele Hüte auf deine Cappy Bevor wir über das alle sprechen, was hat dich persönlich zur Jugendhilfe geführt?
00:01:16: Ja ich bin ja.
00:01:17: mit einundfünfzig Jahren ist es alles etwas länger her.
00:01:20: Es gibt zwei Zugänge der eine sehr klischeehaft dass ich sagen würde ich komme aus einer Familie oder habe meine Kindheit in meiner Familie verbracht die auch Jugendhilfenbedarfe aufgezeigt hat und das gab es zu DDR-Zeiten aber nicht zumindestes nicht ein System wie heute.
00:01:38: Und der zweite Zugang ist, ich bin nach der Wende als Jugendlicher in... alternativen Jugendzehnen und Kulturen sozialisiert worden.
00:01:47: Wir haben uns ausgezeichnet durch Haltung wie Chancengerechtigkeit, durch Haltungen wie Solidarität mit Menschlichkeit usw.
00:01:55: Und ein Großteil dieser Freunde- und Bezugsgruppen hat an der Hochschule in Neubrandenburg Soziale Arbeit studiert.
00:02:01: So kam ich dorthin und im Studium der sozialen Arbeit habe ich festgestellt dass die Jugendhilfe eigentlich der schönste Arbeitsbereich ist wenn man mit Menschen umgehen möchte.
00:02:11: So und nun gehen wir rein in die Praxis.
00:02:14: Wohngruppen, Tagesgruppen ambulante Hilfen, aufsuchende Familienhilfe das sind so Stichworte.
00:02:22: Ich sage mal so erklär mir mal grundsätzliche Unterschiede bei diesen Angeboten?
00:02:26: Ja die Angebote in der Jugendhöfe unterscheiden sich in eigentlich drei Kategorien.
00:02:30: du hast einen Teil davon aufgezählt.
00:02:32: also es ist eineseits die ambulanten Hilfen das sind die Aufsuchenden Das heißt, die Mitarbeiter von uns gehen in die Familien rein.
00:02:39: Ob sie sich in der Wohnung treffen oder an neutralen Orten hängt auch immer von der Familie ab.
00:02:43: aber die suchen die Familien sozusagen auf und versuchen in regelmäßigen Gesprächen deren Lebenswelt positiv zu beeinflussen.
00:02:53: Die teilstationären Hilfen das sind die Tagesgruppen die du benannt hast.
00:02:57: da verbringen die Kinder den Nachmittag unter pädagogischer Betreuung.
00:03:02: Dieses Angebot soll Fremdunterbringungen vermeiden, weil das ist die dritte Kategorie die stationären Hilfen also alle jungen Menschen aus den verschiedensten Gründen nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können werden.
00:03:14: in stationären Angeboten.
00:03:16: Du hast es gesagt früher waren Kinder ein.
00:03:18: davon sind wir zum Glück seit langem weg.
00:03:20: Wir haben jetzt Wohngruppe betreute Wohn- und Familienanalogewohnform Und das sind so die drei Kategorien der Jugendhilfe.
00:03:28: Ich glaube viele oder fast alle Familien können in diese Situation kommen, dass sie Jugendhilfe beanspruchen.
00:03:33: Manche wissen gar nicht das die das tun können.
00:03:36: manche scheuen das.
00:03:37: nimm uns mal so die Scheu vor Jugendhilfen.
00:03:40: Das klingt immer ein bisschen ja prekär.
00:03:43: Ja, ich bin kein Jurist.
00:03:45: Das heißt sich habe die Rechtsverordnung nicht wortwörtlich im Kopf.
00:03:48: aber genauso wie du sagst ist es so dass die Hilfen zur Erziehung Leistungen des öffentlichen Trägers der Jugendhilfe also das Jugendamt sind auf die ein individueller Rechtsanspruch besteht.
00:03:59: Das heisst jeder Person Sorge berechtigt über jede junge Mensch.
00:04:04: Im aufwachsenen Erziehung seiner Kinder Probleme hat er einen Anspruch darauf, die entsprechende notwendige und geeignete Hilfe Unterstützung und Förderung zu erhalten.
00:04:14: Also mit anderen Worten für wie bedürftig ich mich nicht halte?
00:04:20: Ich sollte das im Blick haben denn... also ich bin ja auch Papa.
00:04:23: meine Güte wer da keine Situation kennt wo du sagst ich weiß nicht mehr wie ich das handeln soll.
00:04:28: Das meiste können wir noch klarkriegen, aber es gibt Situationen wo das eben nicht mehr geht.
00:04:35: Welche Vorurteile begegnen dir eigentlich so beim Thema Jugendhilfe?
00:04:40: Du hast es in der Jugendhilfee oft, dass sich der Fokus auf die armen Kindern und die bösen Eltern beschränkt und man der Zielgruppe der Kinder in Jugendhilfen noch ein gewisses Ich will nicht sagen Mitleid, aber ein gewisses Mitgefühl entgegenbringen.
00:04:57: Den Eltern wiederum die vor einigen Jahren wahrscheinlich derselben Situation, dieselben Kinder waren und eben nicht die notwendige Förderung Unterstützung und Begleitung erhalten haben um zum Beispiel in ihrer Elternrolle alles richtig zu machen ja die werden dann immer schief angeguckt und als Ja als Versager oder eben als Fehler behaftete Menschen gesehen.
00:05:28: Natürlich machen wir viele als Eltern.
00:05:30: Und natürlich gibt es Situationen, wo's besser wäre wenn wir Unterstützung beanspruchen.
00:05:38: Kommen wir mal zur Praxis.
00:05:39: also das Jugendamt sagt geht da mal hin oder ihr bekommt einen Anruf von Eltern Wir wissen nicht mehr ein noch aus unser Kind dass normale also Schwänz die Schule oder was ist alles so für Probleme geben kann?
00:05:53: Was sind denn so die üblichen Probleme?
00:05:54: Ja wollen wir mal so rum fragen.
00:05:57: Das kann man so nicht sagen, es gibt wirklich in der Bandbreite von A bis Z alles.
00:06:03: Familien, in denen Gewalt herrscht.
00:06:05: Es gibt Familien, die den psychischen Erkrankungen, Suchterkrankung herrschen.
00:06:09: es gibt Eltern, die nicht die ausreichende Erziehungskompetenz oder ein positiv ausgebildetes Rollenbild als Eltern haben, die also keine Lage sind ihre Kinder zu erziehen.
00:06:20: aber es gibt auch Kinder, die einfach in der Schule Probleme haben die isoliert sind keine gleichaltrigen Freunde finden Und so weiter.
00:06:29: und bei all dem kann man relativ niedrigschwellig, also auch zunächst ohne den Gang zum Jugendamt.
00:06:36: Zum Beispiel in einer Erziehungsberatungsstelle sich Rat und Hilfe holen.
00:06:40: Es macht also Sinn durchaus wenn ich betroffen bin als älteren Teil.
00:06:44: Wenn ich verzweifelt bin, es macht also Sinn den Kontakt zu euch zu suchen?
00:06:48: Ja absolut!
00:06:49: Also am besten über die Erziehungsberatung stellen.
00:06:52: das ist gesetzlich vorgeschrieben der niedrigschwellige Zugang.
00:06:56: und wenn ich sage vielleicht ist es gar kein Fall für die Jugendhilfe aber ich habe gerade Sorgen mit meinem Heranwachs mit meinen jungen Menschen da kann ich mir dort eine Beratung holen dann kriege ich dort ein Stück Begleitung und wenn Jugendhilfeleistungen notwendig sind werde ich eben auf dem Weg zur Beantragung beim Jugendamt begleitet und unterstützt.
00:07:15: So, nun nehmen wir mal an alle Strecke sind gerissen es gibt keinen Ausweg mehr.
00:07:20: das Kind oder der Jugendliche muss in eine solche Wohngruppe.
00:07:25: wie sieht das da konkret aus?
00:07:27: was passiert da?
00:07:28: Also wir haben vollhin von den Heim gesprochen so mit Schlafseelen und so.
00:07:32: da sind wir lange von weg.
00:07:33: wohngruppen sind separator Wohneinheiten wo eine überschaubare Anzahl in Mecklenburg-Vorpommern, zum Beispiel maximal acht Kinder mit einem Team an Betreuern leben.
00:07:45: Die Betreuer leben dort natürlich nicht sondern arbeiten dort und gehen abends nach Hause oder wenn sie Nachtschicht haben am nächsten Morgen.
00:07:53: aber es ist ein überschauläres Team von fünf bis sieben Mitarbeitern die dann regelmäßig vor Ort sind und versuchen einen gelingenden Alltag mit den Kindern zu gestalten und ihnen die Förderung zuteil werden zu lassen diese benötigen um später gegebenenfalls selbst eigenverantwortlich leben zu können.
00:08:14: also alle kompetenzen die man braucht in der gesellschaft nicht anzuecken und um sich eine eine förderliche perspektive zu erarbeiten schulisch beruflich usw.
00:08:24: sollen in der wohngruppe vermittelt werden.
00:08:27: jetzt
00:08:27: gehen wir den umgekehrten weg nämlich jetzt betrachten wir mal die tagesgruppe.
00:08:31: Bevor es in die Wohngruppe geht, bietet ihr die Tagesgruppe an.
00:08:35: Was passiert da?
00:08:36: In der Tagesgruppen ist es wie es so schön hier heißt das ist eine Gruppe.
00:08:40: also das Instrumentgruppe wird dort verwendet mit pädagogischen Instrumenten und so weiter um Kinder die Teilhabe in Gruppenkontexten, in altersgleichen Kontexten zu ermöglichen.
00:08:52: Isolierte Kinder, hochaggressive Kinder, die in der Kommunikation begleitet werden müssen und so weiter und all das um eine Fremdunterbringung also eine Herausnahme aus der Familie zu vermeiden.
00:09:07: So
00:09:07: nun kann ich auch noch eure Expertinnen direkt in meine Familie einladen nach Hause Damit die sich da mal ein Bild machen von den Dingen, die mich bewegen.
00:09:18: Den Problemen wo ich sage, da brauche ich Unterstützung und wie kann man sich diese Arbeit dann konkret vorstellen?
00:09:23: Da macht es Ding-Dong oder kommt jemand und dann setzen wir uns erstmal hin und werden uns besprechen.
00:09:29: Genau!
00:09:29: Also solche Hilfen geht in der Regel der Antrag beim Jugendamt voraus.
00:09:33: Es gibt auch Familien Selbst diese Schwelle eben nicht schaffen, wo es Hinweise an das Jugendamt durch Schule, durch Kita, durch Polizei oder wie auch immer gibt.
00:09:44: Und das Jugendant diese Familien dort anspricht und sagt sie haben die Möglichkeit einen Antrag auf Hilfen zur Erziehung heißt der Bereicher zu stellen.
00:09:53: Wenn ambulante Hilfen bewilligt werden dann wird in jedem Hilfeplan verfahren mit dem Jugendamt der Familie uns als freien Träger.
00:10:02: A. Ein Zeitraum festgelegt, für den man zunächst zusammenarbeitet.
00:10:06: B ein Umfang.
00:10:07: also komme ich einmal die Woche oder zweimal in die Familie und es werden wie es ja heißt Hilfe planen.
00:10:13: es werden Hilfe-Planziele vereinbart.
00:10:16: Was will die Familie erreichen?
00:10:17: Die Familie will beispielsweise ihre Existenzsicherung, also die Beantragung aller notwendigen Leistungen auf die Reihe kriegen.
00:10:25: Ja.
00:10:25: Die Familie möchte ihren erzehrischen Kompetenzen weiter ausbauen um Konflikte in der Familie zu reduzieren und den Kindern einen Heranwachsen ermöglichen was förderlich ist.
00:10:54: Wir stehen ja viele junge Menschen heute unter großem Druck.
00:10:56: Wir haben hier selbst als Erwachsene den Eindruck, wir kommen aus dem Krisenmodus nicht mehr heraus was um uns herum in der Welt so passiert.
00:11:05: ich will es nicht alles aufzählen aber das muss sich doch auch wahrscheinlich nicht positiv auf die Jugendhilfe ausgewirkt haben.
00:11:13: welche welche Herausforderungen sind nach deiner Beobachtung da neu hinzugekommen oder haben sie gesteigert?
00:11:21: Ja also Wir haben beispielsweise im Bereich Kitas, also Kindergärten rückläufige Kinderzahlen so dass sich da langfristig die Ansprüche.
00:11:31: Die Bedarfe reduzieren.
00:11:33: das ist eine Jugendhilfe nicht so genau wie du sagst.
00:11:36: die Komplexität der Probleme vor denen die Kinder stehen, Leistungsdruck in den Schulen.
00:11:43: Eine mehr und mehr Durchspaltung gekennzeichnete Gesellschaft.
00:11:47: Anonymität durch soziale Medien und weniger persönliche Kontakte usw.
00:11:53: Das schafft schon eine Menge Druck und eine Menge Herausforderung für jede Familie.
00:11:59: Das hat sich verändert, also wahrscheinlich nicht positiv in den letzten Jahren?
00:12:03: Wie ist da deine Brut bisher lange dabei?
00:12:06: persönlich gespürt haben.
00:12:08: Wir haben, wie ich gesagt habe also die Komplexität der Problemlagen in denen sich junge Menschen finden, die hat sich potenziert.
00:12:16: Also wir haben nicht den Wust an Medien gehabt, der auf uns einströmt.
00:12:21: Es war für uns einfacher zu unterscheiden was ist real?
00:12:26: Was sind Nachrichten und was sind Fake News?
00:12:29: Schönheitsideale gab es schon immer aber durch die sozialen Medien werden Ansprüche konstruiert denen die jungen Menschen kaum noch gerecht werden können.
00:12:38: Ja, ich denke mal wenn ich dich frage was brauchen denn Kinder, Jugendliche und Familien heute besonders dringend?
00:12:46: Dann könnt ihr auch fragen was haben sie immer und was brauchen Sie alle Zeit besonders dringen?
00:12:52: Ich glaube da... ich kann mir vorstellen was jetzt als Antwort kommt aber ich will es mal von dir hören als Profi.
00:13:00: Was brauchen die?
00:13:01: Also
00:13:01: zunächst junge Menschen und alle Eltern, die jetzt in der Rolle sind, junge Menschen heranzuziehen waren auch mal junge Menschen.
00:13:11: Und junge Menschen brauchen Zuwendung.
00:13:13: Junge Menschen brauchen Perspektiven.
00:13:15: Jungen Menschen brauchen Förderung der Kompetenzen, die vielleicht in der Familie nicht ausreichend gefördert werden kann.
00:13:24: weiß das präventive Angebote wie Jugendklubs, die es in einer ganz anderen Zahl vor Jahren gab.
00:13:31: Schulsozialarbeit also alles was fördert ohne Antrag, alles was Ausgrenzung... Alles was sozusagen die Verhinderung von Mobbing und Ausgrenzungen fördert.
00:13:44: da sind große Teile Aufgrund auch von Haushaltssituationen der Landkreise eingespart worden, die mussten reduziert werden.
00:13:52: In meiner Jugend hat es eine ganz andere Anzahl, eine ganz andre Dichte an Jugendtreffs und Jugendklubs gegeben in denen Sozialarbeiter des Jugendamtes oder freien Trägern sich um die Belange der jungen Menschen gekümmert haben und geschaut haben wie die junge Menschen zu fördern sind.
00:14:10: Und da mache ich jetzt ein Werbeblock für das CRD weil Das COD ist gerade auch deshalb immer wichtiger, würdest du zustimmen?
00:14:20: Ja also freie Träger generell.
00:14:23: was uns vielleicht auszeichnet ist die Breite.
00:14:26: Also wir bedienen alle Fachbereiche der sozialen Arbeit.
00:14:31: In meinem Bereich machen wir uns ganz besonders um junge, heranwachsene Gedanken.
00:14:36: Aber wir haben auch Angebote im Bereich der Migrationen und dem Bereich der Arbeit mit Menschen mit Behinderung.
00:14:41: in der schulischen und beruflichen Bildung also überall wo Menschen Unterstützungsbedarfe haben versuchen wir wie andere Träger auch geeignete Angebote zu entwickeln und vorzuhalten um diesen Bedarf angemessen zu begegnen die Menschen einfach zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung zu befähigen.
00:15:03: Gut, jetzt wird es persönlich!
00:15:04: Ich würde mich freuen wenn du mir eine Begegnung oder einen Moment aus deiner Arbeit schildern könntest der dir besonders in Erinnerung geblieben ist also ohne große Details natürlich Und ich denke auch, dass es immer wieder motivieren.
00:15:19: Da gibt's sicherlich Momente wo du sagtest, jup deswegen mach' ich das ist ja auch nicht immer ganz einfach.
00:15:25: Wenn es nur wenn das Ausnahmen wären weiß ich nicht ob man mit so viel Begeisterung wie Ich und meine Kolleginnen das machen, das tun könnte.
00:15:34: Es sind viele Momente!
00:15:36: Es sind immer Momente wenn man in einer Beratungssituation eine Begleitung oder Unterstützungssituation merkt dass wirklich Hilfe ankommt und die dankbar angenommen wird und man wirklich die Umwelt oder die Bedingungen für einen jungen Menschen verändert hat was uns regelmäßig passiert.
00:15:55: und ich glaube auch ganz viel Kraft gibt es.
00:15:59: Man sieht sich immer zweimal im Leben.
00:16:02: Und wenn wir nach Jahren der Betreuung und des Bemühens umheranwachsen, die dann wieder treffen und sehen, dass sie ihr Leben erfolgreich meistern, ihr Leben gestaltet haben ... Dann ist das immer wieder Antrieb und Motivation, diese Entwicklung auch anderen zu teilwerden lassen.
00:16:35: Mein Vater war Lehrer?
00:16:37: Ja!
00:16:37: Und er berichtete ... sichtlich bewegt.
00:16:42: Von einer Begegnung in eine Fußgängerzone, der rief ihm aus zwanzig Meter Entfernung jemand entgegen.
00:16:49: Herr Harris!
00:16:50: Sie haben mir Lesen und Schreiben beigebracht.
00:16:52: ich bin ihn ewig dankbar.
00:16:54: Der konnte sich gleich mal einsortieren.
00:16:55: so hat er sich gefreut.
00:16:57: Ja genau das sind die Momente in denen man sieht dass was man täglich tut weil Erfolge sind im Direkt heute oft nicht zu messen, sondern man muss schauen ob das was wir tun nachhaltig etwas im Leben der jungen Menschen verändert hat.
00:17:12: und das gelingt uns auch nichts in jedem Fall weil wir auch nur in einem überschaubarem Umfang bei den Familien sind.
00:17:21: Ich habe vorhin gesagt die Umwelteinflüsse und Rahmenbedingungen die ansonsten noch auf sie einprasseln prägen diese jungen.
00:17:29: Der Umfang, den wir an Begleitung und Prägung mitgeben können.
00:17:33: Wenn der nachhaltig positive Veränderungen bewirkt, dann trägt uns das in jedem neuen Fall, in jede neue Familie im Geschichte.
00:17:42: Gunnar abschließt!
00:17:44: Du darfst jetzt mal so das Wort an die Zuhörerinnen richten.
00:17:49: Was möchtest du allen Leuten, die dich hier hören?
00:17:54: Bezüglich der Jugendhilfe.
00:17:55: was möchtes du denen mitgeben?
00:17:58: Was sollen die mitnehmen?
00:17:59: Woran sollen sie denken, wenn es gleich zu Ende ist.
00:18:03: Was sollen Sie mitnehmen?
00:18:04: also erst mal möchte ich wie das am Anfang gesagt hat so dass Tabu brechen.
00:18:08: Es ist ein Unterstützungsangebot.
00:18:11: Es gibt natürlich auch Hilfen im Zwangskontext wo die Familie nicht mit Einverstanden sind weil der Staat sozusagen auch den Schutzauftrag für die Familie hat.
00:18:19: aber jeder hat die Möglichkeit Jugendhilfe zu nutzen Wenn wir diese Leistung mit ausreichend ja auch finanziellen Mitteln ausstatten.
00:18:32: Den Landkreis ist kein Vorwurf zu machen, unsere Haushalte sind begrenzt aber es lohnt sich frühzeitig Förderung Unterstützung und Hilfe reinzugeben um Probleme Nachhaltig zu verändern, wenn das Kind in den sogenannten Brunnen gefallen ist.
00:18:49: Ist es häufig zu spät?
00:18:51: Also lasst uns gucken, wenn wir sehen ein Kind ... Ein junger Mensch hat Defizite und Förderbedarfe wie diese gedeckt werden können um die Probleme nicht ins Endlose wachsen zu lassen.
00:19:02: Wir müssen früh anfangen auf die Entwicklung, auf die Bedarfe auch Interessen der Kinder zu gucken
00:19:09: Sagt Gunnar Hartke und er ist Angebotsleiter der Jugendhilfe beim CHD.
00:19:14: Gunnar, vielen herzlichen Dank für das motivierende Gespräch!
00:19:17: Sehr
00:19:17: gerne!
00:19:17: Tschüss!
00:19:20: Gemeinschaft
00:19:21: der CHD Podcast.
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